Ein Rad und sein Fahrer

Harald muss hier nicht vorgestellt werden, einerseits war er bei allen Unmeetings dabei und er ist ja auch sonst in der Fahrradszene aktiv. Das LiveCycle-Magazin hat ihn für die aktuelle Printausgabe befragt und sein AWOL Transcontinetal wurde ausführlich fotografiert. Unter https://lifecyclemag.de/harald-legner findet Ihr einen Vorgeschmack, die Fotos und das Interview finde ich jedenfalls sehr gelungen. Viel Spaß beim Lesen!

das war das Unmeeting in 2018

Manche Dinge muss man erstmal ein wenig auf sich wirken lassen, die einzelnen Dinge für sich noch mal in Gedanken streifen, bevor es dann ein Text auf einem Blog wird.

In Ilsenburg wechsele ich vom Autositz in den Fahrradsattel, habe mir mit Hilfe von Komoot eine Anreise durchs Harzvorland und Goslar zusammengestellt.

Anreise im Harzvorland

Routenplanung abseits der Straßen

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irgendwo vor Goslar

Goslar ist voll, irgendein Fest ist im Gange und ich bin eher abgeschreckt. Schnell noch was essen, dann wieder raus aus der Stadt, runter vom Asphalt. Ich nutze die „Alte Harzstraße“ und sammele dort die Höhenmeter ein, irgendwann bleibt dann noch die alte Asphaltstraße auf den Berg Schalke. Es ist etwa 14:00 Uhr, ich habe den Eindruck, dass ich der erste AWOL-Fahrer bin. Später stellt sich heraus, das Thomas aus Berlin am Vormittag bereits da war, aber einsam blieb.

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„Ausschilderung“

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#coffeeoutside

Ich „richte mich ein“, noch sind einige Wanderer und Stempelsammler der „Harzer Wandernadel“ unterwegs. Harald aus Hamburg meldet sich über die sozialen Medien, er wird mit seinem Sohn auch bald auftauchen.

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Vater&Sohn-Räder: ein AWOL und ein Sequioa

Phillip aus Dresden taucht mit einem knallroten AWOL auf (habe leider kein Foto vom Rad gemacht…), er hat von Nordhausen den Weg über den Brocken auf Schalke gefunden, nach einigen Bemmen (für den Rest der Welt: Wurstbrote) bricht er wieder auf, die Arbeit will ihn ab Sonntag wieder sehen. So bleibt der Schnack kurz, aber wir finden doch ein paar Kritikpunkte an dem AWOL und reden über andere Räder.

Der Gipfel lehrt sich, schon ab etwa 16:00 Uhr sind wir unter uns….

Markus und Veit aus Hamburg treffen ein, auch sie waren auf dem Brocken. Markus nutzt die „fehlende Struktur“ des Unmeetings und legt die Messlatte für die Versorgung sehr hoch: es gibt mehrere Flaschen Wein und mehrere Beutel vakuumverschweißte Gulaschsuppen. Köstlich!!!

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das AWOL von Veit

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das Diverge von Markus

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Schnacken, Schnacken….

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Aussicht in Richtung Brocken

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Gulaschsuppe von Markus

Wir reden über alles mögliche: Räder, Erlebnisse auf dem Rad, Familie und Jobs. Und Markus macht eigentlich die besten Geschichten aus seinen „Misserfolgen“, die für viel Unterhaltung sorgen. Irgendwann wird es dunkel, ich breche wieder auf in Richtung Wernigerode.

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Abendstimmung

Die anderen vier richten sich oben auf dem Gipfel ein. Aufgrund der frischen Temperaturen trete ich auch bergab kräftig mit, damit ich halbwegs warm bleibe. Auf dem Weg zum Auto habe ich 10 Kilometer vor dem Auto ein Tief, mir ist kalt, habe Hunger, friere. Mache eine Pause irgendwo im Wald, finde noch ein paar Snacks und erreiche dann das Auto. Später packe ich meinen Schlafsack im offenen Bereich vom Bahnhof „Steinerne Renne“ aus und schlafe schnell ein. Sich dann morgens im Fluß zu waschen ist dann auch für mich ein neues Erlebnis…

Am Sonntagvormittag öffne ich den Kofferraum vom Auto und stelle für die Fahrer von der „Harzer-Roller-Bikepacking-Runde“ eine kleine Versorgungsstation zur Verfügung.

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hungrige Bikepacker, das AWOL ist Nebensache

Irgendwie fällt es mir schwer loszufahren, im Harz könnte ich noch ein paar Kilometer machen, auch wenn Höhenmeter für mich eine Herausforderung bleiben werden. Und für 2019 gibt es auch schon eine Idee…

Harald aus Hamburg hat seine Vater&Sohn-Tour hier in Fotos festgehalten.

Kleinigkeiten vorab

  • die Mitglieder der Facebook-Gruppe zum AWOL/Sequioa nehmen den Termin zum Anlass, sich auch irgendwo in ihren Ländern/Regionen zu treffen bzw. eine gemeinsame Ausfahrt zu unternehmen.
  • Habe mein AWOL „harztauglich“ gemacht. Kürzere Übersetzung vorn, andere Pedale und die Reifen werden noch getauscht. Jedenfalls tauchten dann auch bei mir die Risse in den Felgen auf, die ich schon in der oben genannten Facebook-Gruppe sehen konnte. Checkt mal bei Gelegenheit Eure Felgen, wenn Ihr die originalen AWOL-Felgen fahrt.IMG_6698 (1)
  • Das Wetter scheint gut zu passen, halten wir mal alle die Daumen…

GUTE ANREISE!

mal kurz in den Wald

Es sind nur noch ein paar Wochen bis zum Treffen im Harz, wird Zeit, mich hier mal wieder zu melden.

Ich hatte in dieser Woche noch Gelegenheit, im Wald zu übernachten. Habe eine Schutzhütte in der Nähe der ehemaligen Regierungssiedlung bei Wandlitz dafür ausgewählt, sehr geräumig und doch abgelegen genug.

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nicht täuschen lassen, der Blitz der Kamera war hier im Einsatz

Komme kurz vor 22:00 Uhr dort an und baue in aller Ruhe das Nachtlager auf, die kleine Solarlampe reicht für die Orientierung völlig aus. Hatte mir noch eine Dose dänisches Elephanten-Bier gekauft, aber das schmeckt auch nach dem zweiten Schluck echt furchtbar. Das kippe ich weg und krabbele dann doch in den Schlafsack.

Gegen 23:00 Uhr höre ich noch mal das Pfeifen der Niederbarnimer Eisenbahn, das müsste der letzte Zug für heute gewesen sein. Gegen 3:00 Uhr meldet sich die Blase, ich staune über die Ruhe im Wald, genieße für einen Moment die sternenklare Nacht, bevor ich mich wieder in den Schlafsack rolle…

Um 06:30 Uhr habe ich gepackt, finde in Bernau einen Bäcker für ein gemütliches Frühstück mit nem Pott Kaffee und bin dann nach einer Dusche pünktlich kurz nach 08:30 am Arbeitsplatz.

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Kleinigkeiten zwischendurch

Die GST war wieder unterwegs, wer sich für den Blogbeitrag über die Teilnehmerräder Zeit nimmt, der findet etwa in der Mitte des Beitrages ein AWOL. Sieht für meine Wahrnehmung extrem minimalistisch aus, aber ich habe keine Ahnung, ich habe solche langen/schwierigen Strecken noch nicht in Angriff genommen. Würde mich trotzdem interessieren, wie sich das AWOL und der Fahrer so auf den Betonplatten der ehemaligen Grenze geschlagen haben.

Für das eigene AWOL gibt es (etsy sei Dank) noch ein kleines Schmuckschild fürs Steuerrohr. Ja, ich weiß, da habe ich irgendwie eine Macke 😉

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Auf Schalke

Über den Ort des diesjährigen Treffens bin ich bei instagram gestolpert, er hatte ne Hütte , Geschichte (siehe Wikipedia) und ist wie viele Orte im Harz nicht mit dem Auto erreichbar. Nur: ich war selbst noch nie da…. Also habe ich die dienstlichen Anlässe mal passend gelegt, um hier eine Übernachtung zu machen. Die Hütte ist geräumig, es gibt weitere in der „Nachbarschaft“. Der Weg dahin brachte für mich ein paar Schiebepassagen, die Umstellung auf 1×10 mit einem 39er Blatt vorn und einem 32er als größtem Ritzel hinten ist eben eine für Brandenburg passende Kombination. Würde ich im/am Harz wohnen, wäre eine andere Kurbel mein Favorit, aber so kann ich damit leben.

Macht Euch auf den Fotos einen kleinen Eindruck vom Ort…

SchotterpistenAusblick auf Goslardie Hütte aus SchalkeBlick vom Aussichtsturmein Muss: Harzer KäseAbfahrt gegen 05:00 Uhrdie OkerUnterwegs

Abseits vom Asphalt

Es gibt Leute, die fahren Rad und sammeln dabei Landkreisschilder. Da kann ich wenig dazu beitragen, aber ich kann gemäß diesem Blogbeitrag Kacheln für mich sammeln. Ist eh besser, als „gegen“ andere Radler zu fahren 😉  Ich hatte und habe noch viele Lücken in der Google-Karte, aber ich habe mich von 9×9 auf 18×18 geradelt. Also von 14km x 14km auf knapp 27km x 27 km. Einige der Lücken liegen abseits der Straßen und das AWOL kann dank der breiteren Reifen sehr gut für Waldwege, Schotterwege, Pflasterstraßen, Betonplattenstraßen und Feldwege genutzt werden.

Das habe ich auf den letzten knapp 250 Kilometern auch ausgiebig gemacht:

Auch wenn das jetzt komisch klingen mag, ich habe diese Wege wirklich genossen. Keine Ampeln, keine eng überholenden Autos, ein riesiges Wegenetz, ganz viel Abwechslung in der Landschaft, es war großartig. Hätte gefühlt alle 100 Meter anhalten wollen, um das zu fotografieren, aber so kommt man ja auch nicht voran. Und ich habe mich geärgert, wenn ich die Karte zu oberflächlich gelesen habe und dadurch dann doch „vermeidbare“ vier Kilometer auf den Landstraßen im Barnim unterwegs war…